Passantenzahlen: Sendlinger Straße holt auf - Stachus verliert an Boden


Stand: 22.09.2026, 19:01 Uhr

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Trotz MVG-Streik ist die Inennstadt gut besucht

Die Sendlinger Straße ist bei Passanten zunehmend beliebt. © Jens Hartmann für tz/Merkur

Eine neue Messung zeigt, welche Einkaufslagen in München die meisten Passanten anziehen. Die Sendlinger Straße holt auf. Der Karlsplatz Stachus hat dagegen spürbar an Boden verloren.

Die Kaufingerstraße ist weiterhin die frequenzstärkste Lage in München. Doch die Sendlinger Straße holt auf. Das ist das Ergebnis des Marktforschungsinstituts des IVD Süd, das die Passantenfrequenz in der Innenstadt gemessen hat. „Der stationäre Einzelhandel leidet weiterhin unter einer verhaltenen Konsumneigung, dem Strukturwandel zugunsten des Online-Handels sowie gestiegenen Personal-, Energie- und sonstige Betriebskosten“, erklärt Professor Stephan Kippes, Leiter des Instituts. „In diesem schwierigen Marktumfeld profitieren die Händler in den Münchner Geschäftskernlagen traditionell von hohen Passantenfrequenzen.“ Neben Laufkundschaft würden zahlreiche auswärtige Gäste zur Belebung der zentralen Einkaufslagen beitragen. „Die Kaufingerstraße ist dabei die frequenzstärkste Lage.“ Pro Stunde wurden im Schnitt 7306 Passanten gezählt.

Auf Rang zwei schaffte es die Weinstraße, wo die „FC Bayern World“ sitzt. Interessant: Im Ranking spürbar nach oben bewegte sich die Sendlinger Straße, ihre beiden Messpunkte belegen die Plätze drei und sieben. Die Meile wurde in eine autofreie Fußgängerzone umgewandelt und damit aufgewertet. Durch die Ansiedlung und regelmäßige Neueröffnung gefragter Marken, aus der Kategorie „Fashion/Accessoires/Beauty“ könne die Straße bei Jüngeren punkten. Trotzdem sei sie keine klassische 1a-Geschäftskernlage.

Deutlich an Boden verloren habe der Karlsplatz Stachus, der auf Platz vier landete. Aus Einzelhandelssicht wiege die Schließung des Galeria-Kaufhof-Hauses schwer. Seit Jahren wirke sich zudem die Situation in der nahen Schützenstraße belastend aus. Nach der Signa-Insolvenz kam das dortige Projekt „Corbinian“ zum Stillstand.