„Plötzlich wurde es ganz dunkel“: Schock über Hallen-Großbrand in der Nachbarschaft


Stand: 25.09.2026, 13:44 Uhr

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Sechs Stunden kämpfte die Feuerwehr gegen den Brand der Firma Proteus – die Halle ist nur noch ein Gerippe. Anwohner berichten, wie sie das Feuer erlebten.

Mark – Sechs Stunden dauerte es, bis die Feuerwehr den Brand einer Lagerhalle der Firma Proteus am Donnerstag unter Kontrolle hatte. Die massive Rauchentwicklung war kilometerweit zu sehen, die Nina-Warn-App war bis in den Abend aktiv. Anwohner und Beschäftigte im Gewerbegebiet wurden gebeten, sich bei geschlossenen Fenstern in Innenräumen aufzuhalten. Es war unklar, ob die Gase gesundheitsschädlich sind. Wie empfanden die Anwohner und Nachbarn das Brandereignis? Wir haben uns am Freitagmittag vor Ort umgeschaut.

Ruine der Lagerhalle, polizeilich abgesperrt

Ein Brandruine: Von der Lagerhalle der Firma Proteus steht nicht nur noch eine Gerippe. © Markus Liesegang

Von der Halle steht nur ein Gerippe, Brandgeruch liegt auch immer noch in der Luft, Ascheniederschlag ist jedoch nicht auszumachen. Dafür scheinen einige Menschen neugierig zu sein, stehen vor dem Flatterband der Polizei.

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Nachbar Marek Szczepaniak, Geschäftsführer von MS-Bau am Herbert-Rust-Weg 9, und seine Mitarbeiter im Büro bemerkten am Donnerstag zunächst leichten Geruch. „Aber wir hatten Handwerker unten und ich dachte erst, das wäre die Ursache“, erzählt er. Als der Geruch intensiver geworden sei, habe er aus dem Fenster geschaut. „Eine schwarze Wolke, wie ich sie noch nie gesehen hatte. Wir waren geschockt.“ Die Wolke habe mit der Zeit an Intensität verloren, dafür sei der Geruch extremer geworden. „Wir haben die Fenster geschlossen, zwei Mitarbeiter, die im Hof verladen haben, zur Sicherheit reingeholt.“

Szczepaniak habe auch schon mit Proteus-Chef Carsten Kemper gesprochen. „Natürlich war auch er geschockt. Aber es ist sehr gut, dass offenbar niemand zu Schaden gekommen ist.“ Sein Bauleiter habe am Nachmittag mit der Polizei gesprochen. „Wir arbeiten ja auf Baustellen. Unsere Mitarbeiter durften dann von der anderen Seite auf den Hof fahren, die Fahrzeuge abstellen und Feierabend machen.“

Marek Szczepaniak, MS Bau

Marek Szczepaniak beobachtete „eine schwarze Wolke, wie ich sie noch nie gesehen hatte“. © Markus Liesegang

„Diejenigen, die nicht zu ihren im Gewerbegebiet abgestellten Fahrzeugen konnten, um nach Hause zu fahren, kamen bei mir vorbei“, erzählt Verhad Scherner, Inhaber des Kiosk 161. „Auch nachdem die Soester Straße wieder freigegeben wurde, kamen viele der Anwohner vorbei und haben Kaffee oder andere Getränke gekauft und sich bei mir ausgetauscht.“ Er habe einen kleinen Knall gehört, dem aber nicht viel Beachtung geschenkt. „Es war noch kein Rauch zu sehen. Dann gingen die Sirenen, plötzlich stand ein Polizeiwagen direkt vor der Tür quer auf der Soester Straße. Und dann wurde es ganz dunkel durch den Rauch.“ Der sei aber recht schnell abgezogen und zahlreiche Anwohner seien auf den Tüv-Parkplatz gegenüber gegangen, um das Geschehen zu beobachten. Die Polizei habe das nicht gestört.

Hoher Sachschaden

Der Brand auf dem Proteus-Gelände hat einen riesigen Sachschaden verursacht. Die Polizei schätzt die Summe laut einer Mitteilung auf rund 800 000 Euro. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Der Inhaber des Kiosk 161 hat keine Nina-App, bekam aber mit, dass zeitweise wohl Explosionen befürchtet wurden, Stichwörter Gasflaschen und Batterien. „Und Brillux ist ja direkt gegenüber“, machte er sich Sorgen. „Ich hab dann von einem Polizisten erfahren, dass die wohl das sicherste Lager dort haben.“ Die Schutzmänner hätten übrigens dankbar sein Klo genutzt. „Ich wollte erst 50 Cent, fürs große Geschäft 1,50 Euro nehmen“, erzählt er mit Augenzwinkern.

„Plötzlich war dort ein Riesenfeuer mit riesiger Rauchwolke“

Anwohner mussten außerhalb parken, die Polizei geleitete sie nach Hause, beobachtete Scherner weiter. „Weil alles abgesperrt war, habe ich kurz daran gedacht, zuzumachen, weil ja doch keiner vorbeikommt.“ Der Schlüssel steckte schon, als die Sperrung aufgehoben wurde und sich dann doch viele am Kiosk trafen. Gab es Dreck durch niederschlagende Asche? „Nee. Die Einsatzkräfte haben alles sauber gemacht, eine Nachtschicht eingelegt.“

Verhad Scherner

Verhad Scherners hat kurz überlegt, seinen Kiosk wegen des Brandes zu schließen. © Markus Liesegang

Anwohner Lino Köhler war gerade beim Nudelkochen am Hohefeldweg, als er den Rauch sah. „Ich habe es aus der Küche in der Entstehung gesehen. Es wirkte erst wie ein Lagerfeuer“, beschreibt der Storchenvater. Er habe sich wieder dem Essen für seine Kinder zugewandt. „Und plötzlich war dort ein Riesenfeuer mit riesiger Rauchwolke“, erzählt er. „Der Wind stand günstig, hat alles weggepustet. Ich hab zuhause auch nichts gerochen.“

Überredungsarbeit sei angesagt gewesen, als er seinen Sohn aus der Schule abholen wollte. Die Polizei hatte den Hohefeldweg gesperrt. „Und es bestand wohl Explosionsgefahr.“ Er durfte dann durch. „Und auf dem Weg zum Grünen Winkel hat es bestialisch gestunken“, sagt Köhler. „Die Warn-App Nina hat mega funktioniert“, stellte er zudem erfreut fest.