Reise in die Renaissance: Verträumtes Wasserschloss wirkt wie aus Italien


Stand: 28.07.2026, 13:00 Uhr

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Schloss, Museum und ein ganz besonderes Ausflugsziel: Die alten Gemäuer in einer Stadt in NRW erzählen eine uralte Geschichte.

Lemgo – Was Sehenswürdigkeiten und eine spannende Historie angeht, ist die Stadt Lemgo ein echtes Juwel in NRW. Die vielen Gebäude im Renaissance-Stil erzählen eine Geschichte, die weit ins Mittelalter zurückreicht. So erzählt etwa das Hexenbürgermeisterhaus von den Hexenprozessen, für die Lemgo als Hochburg bekannt war. Das Junkerhaus beherbergt die Werke des Künstlers Karl Junker – dort soll es spuken, wenn man Geschichten einiger Besucher Glauben schenken mag. Die Stadt Lemgo ist aber auch Heimat eines besonderen Schlosses, das ebenfalls Geschichten aus der Vergangenheit beherbergt.

Das malerische Schloss Brake in Lemgo ist gleichzeitig auch ein Museum.

Das malerische Schloss Brake in Lemgo ist gleichzeitig auch ein Museum. © IMAGO / blickwinkel

Das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake, von einem malerischen Wassergraben umgeben, thront unweit der Lemgoer Innenstadt als weithin sichtbares Wahrzeichen. Ab 1584 im Stil der Renaissance ausgebaut, steht es auf den Grundmauern einer der größten mittelalterlichen Burgen Norddeutschlands, wie es auf der Museumswebsite heißt. Die Architektur erinnert an italienische, historische Gebäude – immerhin liegt dort auch der Ursprung der Renaissance. Bauherr war Graf Simon VI. zur Lippe – ein gebildeter Renaissancefürst, der als Gesandter Kaiser Rudolfs II. zwischen Prag und den Niederlanden pendelte, Gemälde sammelte und vom Schlossturm aus die Sterne beobachtete.

Schloss Brake im Wandel der Zeit: Immer wieder Umbauten

Die Gemäuer haben sich im Laufe der vergangenen Jahrhunderte immer wieder verändert. Immer wieder sei es umgebaut worden, heißt es: „Im 19. Jahrhundert wurde der Westflügel abgebrochen, das Inventar des Schlosses versteigert und im Ostflügel eine fürstliche Musterbrauerei eingerichtet.“

Heute beherbergt das Schloss das Weserrenaissance-Museum, dessen Dauerausstellung einen faszinierenden Einblick in die Kulturgeschichte des 16. und frühen 17. Jahrhunderts bietet. Objekte aus den Bereichen Malerei, Wissenschaft, Küche und Religion treffen dort auf besondere Inszenierungen – darunter ein alchemistisches Laboratorium und eine Kunst- und Wunderkammer. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist frei.

Zudem ist das Museum auch immer wieder Schauplatz verschiedener Veranstaltungen. Manchmal sind sie recht ungewöhnlich: So fand dort zum Beispiel eine Führung statt, die sich mit den Risiken und Nebenwirkungen der Renaissance-Heilmittel beschäftigte – ganz genau genommen mit dem Gestank, den diese damals verbreiteten. Deutlich netter war das Angebot, das das Museum zu Valentinstag bereit hielt: Wer sich an diesem Tag an der Museumskasse küsste, erhielt freien Eintritt.