Sieben Pleiten in sechs Monaten – warum die Autobranche gerade reihenweise zusammenbricht


Rekordpleiten: Deutschlands Autobranche stürzt in die Insolvenzfalle

Stand: 09.09.2026, 22:30 Uhr

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Sieben Großinsolvenzen in sechs Monaten: Die Autobranche ist Deutschlands Pleite-Spitzenreiter 2026 – und eine Entspannung ist nicht in Sicht.

Hamburg – Sieben Mal innerhalb von nur sechs Monaten – so oft hat die deutsche Automobilbranche im ersten Halbjahr 2026 eine Großinsolvenz erlebt. Kein anderer Wirtschaftszweig trifft die Pleitewelle härter. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Mehr Großinsolvenzen

Großinsolvenzen 2026: Autobranche führt Deutschlands Pleitenliste. (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa

Laut einer Untersuchung des Kreditversicherers Allianz Trade, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, stieg die Gesamtzahl der deutschen Großinsolvenzen – also Firmenpleiten von Unternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz – im ersten Halbjahr 2026 auf 33 Fälle. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Schon 2025 war mit 94 Großinsolvenzen ein Rekord seit Beginn der Auswertungen im Jahr 2015 aufgestellt worden. Mit sieben Großinsolvenzen steht die Automobilbranche an der Spitze der betroffenen Sektoren.

Immer mehr Insolvenzen in der Automobilbranche: Warnung vor Dominoeffekt

Dahinter folgen der Einzelhandel mit fünf Fällen sowie Maschinenbau und Dienstleistungen mit jeweils vier Pleiten. Allianz Trade-Chef Milo Bogaerts warnt vor einem Dominoeffekt: „Fällt ein Marktteilnehmer dieser Größenordnung aus, geraten oftmals auch Zulieferer, Dienstleister und andere Geschäftspartner unter Druck.“

Gerade in der Automobilindustrie mit ihren eng verflochtenen Lieferketten ist das Risiko besonders groß. Eine Großinsolvenz kann dort schnell weitere Unternehmen in die Bredouille bringen – von kleinen Teilelieferanten hin zu Logistikdienstleistern.

Der kumulierte Jahresumsatz der insolventen Großunternehmen stieg im ersten Halbjahr um drei Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro, wie autohaus.de berichtet. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Umsatz der betroffenen Firmen um knapp sieben Prozent auf rund 137 Millionen Euro – ein Zeichen dafür, dass zuletzt auch etwas kleinere Großunternehmen in die Pleite schlitterten.

Immer mehr Insolvenzen: Deutschland bleibt europäischer Hotspot

Bogaerts macht wenig Hoffnung auf Erholung: „Es gibt keine Verschnaufpause bei den Großinsolvenzen.“ Besonders gefährdet seien Firmen mit hohen Investitions- und Energiekosten sowie Unternehmen, die gestiegene Kosten nicht an ihre Kunden weitergeben können.

Auch weltweit nimmt die Zahl der Großinsolvenzen zu: Im ersten Halbjahr 2026 registrierte Allianz Trade laut Zeit weltweit 247 Fälle – 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Westeuropa trägt dabei die größte Last und steht für mehr als 60 Prozent aller erfassten Großinsolvenzen. Deutschland bleibt der europäische Hotspot für Firmenpleiten im großen Stil. (Quellen: autohaus.de, Zeit, eigene Recherche) (nmr)