Sind Merz und Macron gemeint?: Selenskyj kritisiert Unterstützer für ihren Sommerurlaub


Sind Merz und Macron gemeint?Selenskyj kritisiert Unterstützer für ihren Sommerurlaub

01.09.2026, 19:45 Uhr

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Urlaub kennt Wolodymyr Selenskyj seit Jahren nicht mehr. (Foto: Mindaugas Kulbis/AP/dpa)

Während die Ukraine unter verstärktem russischem Beschuss steht, richtet Präsident Wolodymyr Selenskyj ungewöhnlich scharfe Worte an die internationalen Partner. Auslöser ist deren Umgang mit den vergangenen Sommerwochen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Vertreter der internationalen Partnerstaaten dafür kritisiert, dass sie Sommerurlaub machen, während sein Land ums Überleben kämpft. "Die vergangenen zwei Wochen waren Europa und die ganze Welt, die uns hilft, in den Ferien", klagte Selenskyj vor Journalisten. Russland habe die Zeit für Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur genutzt, auch um damit den am Dienstag landesweit begangenen Beginn des Schuljahres zu stören.

Selenskyj warf den westlichen Partnern vor, "Diplomatie nach Plan" zu betreiben. Ihre Herangehensweise sei: "Wenn Urlaub ist, dann ist eben Urlaub." Für ihn aber sei das eine "sehr unangenehme Tatsache". Er hatte in den vergangenen Wochen immer wieder die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten.

Wen er konkret meinte, sagte Selenskyj nicht. Erst vor knapp einer Woche waren EU-Ratspräsident António Costa, der britische Premierminister Andy Burnham und andere Staats- und Regierungschefs zum ukrainischen Unabhängigkeitstag nach Kiew gereist. Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron nahmen per Videoschalte an den Beratungen mit weiteren Hilfszusagen teil.

Merz hatte sich im August drei Wochen in den Urlaub verabschiedet und soll am Tegernsee gewesen sein. Macron hatte Mitte August in Südfrankreich Energie getankt und war unter anderem beim Jetskifahren abgelichtet.

Insbesondere die ukrainische Hauptstadt Kiew steht seit mehreren Wochen unter verstärktem russischen Beschuss mit Drohnen und ballistischen Raketen. Kiew drängt die westlichen Partnerstaaten immer wieder zu stärkeren Lieferungen von knapp gewordener Munition für Flugabwehrsysteme. Die Ukraine wehrt sich seit über viereinhalb Jahren gegen die russische Invasion.

Quelle: ntv.de, mba/dpa