„Sind sehr stolz darauf“ – Hessische Stadt bekommt neuen Namen


Stand: 14.07.2026, 06:05 Uhr

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Ein Auto passiert den Ortsausgang von Halle mit einem unbeschrifteten Ortsausgangsschild. +++ dpa-Bildfunk +++

Die Ortsschilder in Bad Sooden-Allendorf werden bald geändert (Symbolbild). © Jan Woitas/picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Nach langem Einsatz ist es jetzt so weit: Bad Sooden-Allendorf bekommt einen Namenszusatz. Warum sich das vor allem für die Einwohner lohnt, erklärt Kurdirektor Jens Lüdecke.

Bad Sooden-Allendorf – Mit dem Namenszusatz „Heilbad“ darf sich Bad Sooden-Allendorf künftig offiziell schmücken. Das dafür notwendige Zertifikat erhielt die Stadt kürzlich bei einer feierlichen Übergabe in Bad Homburg von Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU).

„Wir sind sehr stolz darauf“, sagt Bad Sooden-Allendorfs Kurdirektor Jens Lüdecke. Der Namenszusatz trage zur Identifikation mit dem Kurort bei und sei auch eine gute Werbung für den Tourismus. In ihrem Marketing bezeichnet sich die Stadt schon länger als Heilbad. Durch das Zertifikat darf sie den Namenszusatz aber nun auch auf ihren Ortsschildern, in amtlichen Dokumenten und im Dienstsiegel nutzen.

Längster Ortsname in Hessen

Der Name Heilbad Bad Sooden-Allendorf ist mit 26 Zeichen nah am längsten Ortsnamen Deutschlands. Absoluter Spitzenreiter in dieser Kategorie ist laut Südkurier mit 32 Zeichen die schleswig-holsteinische Gemeinde Hellschen-Heringsand-Unterschaar. In Hessen ist Heilbad Bad Sooden-Allendorf wahrscheinlich der längste Ortsname. Konkurrenten sind nur noch Bad Soden-Salmünster, Mörfelden-Walldorf (beide 19 Zeichen) und Bad Homburg vor der Höhe.

Mit dem Begriff Heilbad hebe sich die Stadt von anderen Orten ab, die zwar noch das Wort „Bad“ in ihrem Namen tragen, aber keine Heilbäder mehr seien, sagt Lüdecke. Um das Prädikat zu erhalten müsse die Stadt nämlich viele Kriterien erfüllen. Dazu gehörten etwa regelmäßige Nachweise über eine besonders gute Luftqualität. Zudem benötige die Stadt ein ausreichendes kulturelles Angebot und die Förderung des natürlichen Heilmittels – der Sole – regelmäßig überwachen.

Lüdecke: „Es lebt sich einfach besser in einem Heilbad.“

All das sei gut für den Tourismus und auch für die Einwohner der Badestadt, sagt Lüdecke. „Es lebt sich einfach besser in einem Ort, der sich als Heilbad bezeichnen darf.“ Der Namenszusatz müsse jetzt Teil des Sprachgebrauchs in Bad Sooden-Allendorf werden und in den Köpfen ankommen, damit auch in Zukunft Investitionen in den Heilbad-Status der Stadt oben auf der Prioritätenliste stehen.

Neben Bad Sooden-Allendorf erhielten bei der offiziellen Verleihung 16 weitere hessische Kurorte den Namenszusatz, heißt es in einer Pressemitteilung des Hessischen Heilbäderverbands. Dazu gehören unter anderem Bad Hersfeld, Bad Arolsen, Bad Zwesten, Bad Emstal und Neukirchen.

Heilbäderverband kämpft schon lange für Namenszusatz

Der Hessische Heilbäderverband setzt sich bereits seit Längerem dafür ein, dass sich Kurorte, die die Voraussetzungen erfüllen, als Heilbad bezeichnen dürfen. Bislang verhinderte dies laut Angaben des Verbands aber die Hessische Gemeindeordnung. Durch eine Änderung des Gesetzes im vergangenen Februar sei die Verleihung von Namenszusätzen nun aber flexibler als zuvor.

Den Magistrat Bad Sooden-Allendorfs vertrat Stadtrat Calvin Grede bei der offiziellen Verleihung des Zertifikats. „Es ist ein bedeutender Meilenstein für unsere Kurstadt und eine starke Anerkennung für die geleistete Arbeit“, sagte der CDU-Politiker. (Leon Kaiser)