„Spitzenreiter“-Rufe und der Blick auf Dynamo Dresden: Westfalia Rhynern feiert geschichtsträchtiges Remis


Stand: 15.08.2026, 06:00 Uhr

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Fußball, Regionalliga: Westfalia Rhynern - SC Wiedenbrück

Zuerst bejubelten die Rhyneraner das Führungstor durch Jonah Wagner, in der Schlussphase dann den 2:2-Ausgleich durch Philipp Ratz. © Andreas Rother

Der SV Westfalia Rhynern steht nach dem 2:2 gegen den SC Wiedenbrück erstmals in der Vereinsgeschichte an der Spitze der Fußball-Regionalliga. Nun wartet der DFB-Pokal.

Hamm – Zaghafte „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Rufe waren am Freitagabend in der Kümpel- und Hellmeister-Arena zu hören, nachdem der SV Westfalia Rhynern erstmals in seiner Vereinsgeschichte die Tabellenführung in der Fußball-Regionalliga übernommen hatte. Zumindest bis Samstagnachmittag wird kein anderes Team dem SVW diesen Platz streitig machen. Die Freude über dieses geschichtsträchtige Ereignis hielt sich bei den Spielern allerdings nach dem 2:2 (1:1) gegen den SC Wiedenbrück in Grenzen. „Das ist natürlich schön, aber es fühlt sich schon ein bisschen komisch an. Und ist nach dem dritten Spieltag auch nicht so wichtig“, sagte Kapitän Michael Wiese. „Ich weiß nicht, ob wir über die gesamten 90 Minuten einen Dreier verdient gehabt hätten. Aber wenn wir in den ersten 20 Minuten die Tore gemacht hätten, wäre das zu unseren Gunsten gelaufen.“

Westfalia Rhynern feiert geschichtsträchtiges Remis gegen SC Wiedenbrück

Für den zuletzt Gelb-Rot gesperrten Lars Warschewski hatte Rhynerns Trainer Marco Stiepermann Akhim Seber, den zweifachen Torschützen vom 2:1-Sieg bei der SG Wattenscheid 09 in der Woche zuvor, auf der Bank gelassen. Und von da konnte der 32 Jahre alte Routinier genauso wie die 1007 Zuschauer sehen, wie die Westfalia die Anfangsphase auf eindrucksvolle Weise bestimmte – und nach zwölf Minuten bereits mit 1:0 in Führung ging. Nach einer feinen Ballstafette hatte Lennart Koerdt von der linken Seite den Ball maßgenau auf den Kopf von Jonah Wagner geflankt, der das Spielgerät aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie drückte. Und nur eine Minute später hatte Henrik Koch sogar den zweiten Treffer auf dem Fuß, als er alleine auf das Gehäuse der Ostwestfalen zueilte, aber Keeper Marcel Hölscher anschoss. „Wir kommen sensationell in das Spiel rein. Da hätten wir ein bisschen mehr Energie reinbringen müssen, um den Sack da schon zuzumachen“, ärgerte sich Stiepermann. Und auch Koerdt merkte selbstkritisch an: „Wir müssen da einfach nachlegen und das 2:0 machen. Aber das ist uns leider nicht gelungen.“

Nach 20 Minuten war es dann aber mit der Überlegenheit der Gastgeber vorbei, die durch viele Ungenauigkeiten im Passspiel zu viele Ballverluste hatten, die Kontrolle über die Begegnung verloren und Wiedenbrück zurück in die Partie brachten. So kam der SCW in der 39. Minute zum durchaus verdienten 1:1-Ausgleich, allerdings unter gütiger Mithilfe der Westfalia. Im Spielaufbau hatte sich Philipp Ratz einen haarsträubenden Fehlpass geleistet, so dass Davud Tuma alleine auf Rhynerns Torwart Christopher Balkenhoff zulief und zum 1:1 einschob.

MSV-Geschäftsführer Preetz scoutet in Rhynern

Nach dem Wechsel agierten die Rhyneraner unter den Augen von Michael Preetz, Geschäftsführer von Drittligist MSV Duisburg, der im Hammer Süden einige Spieler beobachtete, zwar wieder etwas gefestigter, gerieten aber in der 78. Minute in Rückstand. Nach einer Ecke flog der Ball an allen unmittelbar Beteiligten vorbei – und genau auf den Oberschenkel des am langen Pfosten lauernden Julius Bochmann, der die Kugel zum 2:1 über die Linie drückte (78.). Doch die Rhyneraner gaben sich nicht auf – und in der 90. Minute war es der aufgerückte Ratz, der seinen Fehler aus Durchgang eins wiedergutmachte und nach einem Zuspiel von Seber den Ball zum viel umjubelten 2:2 über die Linie drückte. „Irgendwie ist das aber schon ärgerlich. Wir wollen immer gewinnen. Und am Anfang sah es noch gut aus, aber dann haben wir den Faden verloren“, resümierte Julius Woitaschek und warf sogar schon einen Blick auf das DFB-Pokalspiel gegen Dynamo Dresden am 23. August. „Wir nehmen jetzt sieben Punkte aus den ersten drei Spielen mit und können mit dem nötigen Selbstvertrauen in das Spiel gehen und Spaß haben.“