Stadt plant 250 Meter hohes Windrad – Bürger haben „gewisse Vorbehalte“


Stand: 18.10.2026, 08:00 Uhr

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Moosburg plant ein Bürgerwindrad am Lohberg. Beim Infoabend gab es viele Fragen – ein wichtiges Detail wurde erst danach geklärt.

Moosburg – Zwischen Kirchamper, Oberambach, Bergen und Inkofen könnte bald eine Windkraftanlage in den Himmel ragen. Wie Merkur-Reporter Armin Forster berichtet, hat die Stadt Moosburg bei einem Infoabend in der Schäfflerhalle ihre Pläne für ein Bürgerwindrad am Lohberg vorgestellt – und musste sich dabei kritischen Fragen stellen. Ein wesentliches Detail zum Abstand zur Wohnbebauung klärte sich allerdings erst nach der Veranstaltung.

Ein Windrad

Insgesamt 250 Meter hoch soll das Windrad am Rand des Moosburger Stadtgebiets werden. Doch ob es tatsächlich realisiert werden kann, hängt derzeit noch an mehreren Faktoren. (Symbolbild) © Jens Büttner/dpa © Jens Büttner/dpa

Bürgerwindrad am Lohberg: So weit sind die Planungen in Moosburg

Dritter Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) eröffnete den Abend mit dem Hinweis, dass „Windenergie aktuell einer der günstigsten Wege ist, Strom zu erzeugen“. Als Ergänzung zu Photovoltaik sei sie unverzichtbar. Bürgermeister Maximilian Mader (CSU) räumte ein, „dass es gewisse Vorbehalte zur Windkraft und dem Eingriff in die Landschaft gibt“. Man wolle diesen mit größtmöglicher Offenheit begegnen. Klimaschutzmanagerin Melanie Falkenstein erläuterte die Standortwahl: Neben Ausschlusskriterien wie Vogelschutzgebieten habe man auf „mindestens den Abstand von 750 Metern zur nächsten Wohnbebauung“ geachtet. Die erste öffentliche Auslegung der Flächennutzungsplanänderung soll laut Stadtbauamt im November starten.

Moosburg an der Isar ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Freising, rund 50 Kilometer nordöstlich von München.

Andreas Henze, Vorstand der Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land (BEG-FS), bezifferte das Investitionsvolumen auf rund 15 Millionen Euro. Die geplante Anlage mit einer Nabenhöhe von 175 Metern soll etwa 13 Millionen kWh jährlich erzeugen. Allerdings würde sich das Projekt unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht rechnen, da süddeutsche Standorte bei den Erträgen nicht mit dem Norden mithalten könnten. Hoffnung setzt man auf eine eigene Süd-Quote im EEG ab 2027. Anwohner der Kommunen Moosburg, Wang und Haag könnten sich über Nachrangdarlehen finanziell beteiligen und vergünstigten Bürger-Strom beziehen. Auch die Gewerbesteuer bliebe in Moosburg.

Abstand zur Wohnbebauung: Wichtige Frage erst nachträglich geklärt

Beim Publikum sorgte vor allem die Frage nach dem Mindestabstand für Irritation. In einer früheren Veranstaltung war von 500 Metern die Rede gewesen, nun standen 750 Meter in der Präsentation. Henze sagte: „Ich glaube nicht, dass wir näher dran sind als 750 Meter.“ Auf Nachfrage des Freisinger Tagblatts am Folgetag teilte Falkenstein mit: „Die nächste Wohnbebauung ist 900 Meter und mehr entfernt.“ Auch Schattenwurf war Thema – gesetzlich seien maximal 30 Minuten pro Tag oder 30 Stunden pro Jahr erlaubt, danach schalte sich die Anlage ab. Mader schloss den Abend mit der Ankündigung: „Wir werden zu weiteren Infoveranstaltungen einladen, sobald es weitere Erkenntnisse gibt.“