Unveröffentlichte IW-Studie: Deutsche Wirtschaft könnte ab 2030 deutlich zulegen


Unveröffentlichte IW-Studie Deutsche Wirtschaft könnte ab 2030 deutlich zulegen

18.10.2026 · 08:00 Uhr

Ein humanoider Führungsroboter aus China im Einsatz.

Ein humanoider Führungsroboter aus China im Einsatz.

Foto: Xu Yu/Xinhua/dpa/Xu Yu

Exklusiv | Berlin · Die deutsche Wirtschaft könnte ab 2030 deutlich stärker wachsen als derzeit – trotz der bremsenden Effekte der Alterung. Voraussetzung ist aber, dass die Politik die private Investitionstätigkeit entfesselt, so die Botschaft einer unveröffentlichten Studie.

Die deutsche Wirtschaft wird nach einer neuen ökonomischen Studie im kommenden Jahrzehnt deutlich stärker wachsen als in der laufenden Dekade. Das Wachstumspotenzial und damit die Fähigkeit, die Wirtschaftsleistung gegenüber dem jeweiligen Vorjahr zu steigern, soll sich demnach zwischen 2030 und 2035 auf 0,7 Prozent pro Jahr beschleunigen – nach lediglich 0,3 Prozent in der noch laufenden Dekade bis 2030. Das ist das Ergebnis einer noch unveröffentlichten Studie des industrienahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Demnach soll sich das Wachstumspotenzial in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre weiter auf ein Prozent pro Jahr beschleunigen.

Wesentliche Gründe für den Anstieg des Potenzialwachstums sehen die Forscher in der Digitalisierung und im zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die die Produktivität und Effizienz steigern werde. Ein Wachstumsbeitrag von durchschnittlich einem halben Prozentpunkt werde zudem vom zunehmenden Kapitaleinsatz erwartet. Hintergrund ist der enorme Investitionsbedarf beim KI-Einsatz, beim Ausbau der Energieinfrastruktur oder auch beim Klimaschutz. „Das setzt voraus, dass die seit Jahren andauernde Investitionsschwäche in Deutschland überwunden wird“, heißt es in der Studie. Um die privaten Investitionen anzukurbeln, plant die Bundesregierung kommende Woche einen internationalen Investorengipfel in Berlin.

Der Wachstumsbeitrag des Arbeitseinsatzes dagegen werde in den kommenden 15 Jahren leicht negativ sein. Denn das deutsche Erwerbspersonenpotenzial, also die durchschnittliche Anzahl von Menschen im Erwerbsalter, werde demografiebedingt deutlich abnehmen. „Im Jahr 2040 werden lediglich 50,8 Millionen Personen im erwerbsfähigen Alter sein. Dies entspricht einem Rückgang von 7,7 Prozent beziehungsweise 4,3 Millionen Personen im Vergleich zum Basisjahr 2025“, so die Studie. „Die Babyboomer-Jahrgänge erreichen bereits gegenwärtig das gesetzliche Renteneintrittsalter, während gleichzeitig weniger junge Leute in das Erwerbsalter nachrücken.“

Dagegen hatte es im Zeitraum zwischen 2005 und 2023 „deutlich positive Impulse vom Arbeitsvolumen und dem dahinterstehenden Beschäftigungsaufbau“ gegeben. Hintergrund war die hohe Netto-Zuwanderung nach Deutschland. Dieser Trend hat sich jedoch nicht fortgesetzt – auch die restriktive Migrationspolitik dürfte dazu beigetragen haben. „In den letzten beiden Jahren bremste der Faktor Arbeit das Wachstum wieder ab“, heißt es in der Studie. Zudem ist zwar die Erwerbstätigenquote in den letzten Jahren stark gestiegen. Gleichzeitig nahm aber die Jahresarbeitszeit je Erwerbstätigen von rund 1.530 auf 1.330 Stunden ab.

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