Startelf nimmt Form an: Dynamo Dresden blickt voller Zuversicht nach vorn


2. Bundesliga

Die Fans von Dynamo Dresden zogen zufrieden aus dem Rudolf-Harbig-Stadion nach Hause. Ein Autogramm der Lieblinge in der Tasche, einen 2:1-Sieg gegen Bundesligist 1. FC Union Berlin gesehen, trotz Dauerregen eine gelungene Saisoneröffnung erlebt. Das sorgt bei den Anhängern der Schwarz-Gelben für Zuversicht mit Blick auf die neue Zweitligasaison.

Den emotionalen Höhepunkt der Saisoneröffnung gab es bereits vor der Generalprobe. Vor dem Anpfiff, während der traditionellen Mannschaftspräsentation, lief auf der Anzeigetafel ein Video von Lars Bünning.

Lars Bünning meldet sich zum ersten Mal öffentlich

Es war die erste öffentliche Meldung des Innenverteidigers seit seiner Hirnblutung Ende Mai, die er wenige Tage nach dem letzten Saisonspiel gegen Holstein Kiel erlitten hatte. Eine Notoperation war erforderlich, sie verlief nach Vereinsangaben erfolgreich. „Das war schon speziell, vor allem vor dem Spiel“, so Kapitän Niklas Hauptmann.

In der kurzen Botschaft bedankte sich Bünning bei den Fans für den Zuspruch der vergangenen Wochen, die er als die schwersten seines Lebens bezeichnete. Seine Reha mache tägliche Fortschritte, eine Rückkehr nach Dresden rücke näher. Im K-Block hielten Fans passend dazu ein Spruchband hoch: „Dynamo Dresden heißt kämpfen und siegen. Immer weiter voran, Lars!“ Ob und wann Bünning wieder auf dem Rasen steht, ließ Trainer Thomas Stamm offen: „Es wird weiterhin ein weiter, langer Weg sein.“

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Auch das letzte Testspiel der Vorbereitung verlief erfreulich. Zum Duell mit Union Berlin kam es nicht zufällig: Der Wechsel des Ukrainers Dmytro Bohdanov nach Berlin im vergangenen Jahr war Teil der Ablösevereinbarung für den 19-jährigen, das Gastspiel des Bundesligisten quasi ein Baustein des Transfers.

Auf dem neu verlegten Rasen im Rudolf-Harbig-Stadion, der sich nur drei Tage nach dem Verlegen bereits in sehr gutem Zustand präsentierte, geriet Dynamo gegen die giftig auftretenden Köpenicker unter Zugzwang und kassierte durch Tom Rothe (19.)  den Rückstand. Aber Niklas Hauptmann (22.) und Vincent Vermeij (52.) drehten die Partie zum 2:1.

Vor allem nach der Pause war die SGD spürbar das bessere Team, ließ Union kaum noch zur Entfaltung kommen und feierte am Ende eine gelungene Generalprobe. „Das Resultat hat mich vor dem Spiel nicht interessiert. Es geht um die Art und Weise, das bringt uns am Ende die Punkte“, sagte Thomas Stamm.

Pleite in Dresden: 1. FC Union Berlin kommt weiter nicht in Tritt

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Ganz zufrieden war der Schweizer trotzdem nicht. Er sieht weiter Nachholbedarf beim Verteidigen von Standardsituationen: „Von den letzten vier Gegentoren hast du drei aus Standards. Da müssen wir Schritte gehen. Also eklig sein.“ Auch das Gegentor gegen Union resultierte aus einem Eckball der Berliner. In der zweiten Halbzeit habe man nach Anpassungen bereits besser verteidigt, sagte Stamm, komplett gelöst ist das Thema aber noch nicht.

Sommerzugang Nicolai Rapp, der sein erstes Heimspiel im schwarz-gelben Trikot bestritt, sah den Auftritt insgesamt trotzdem pragmatisch: „Die Brust wird dadurch ein bisschen breiter, nachdem wir letzte Woche gegen Cottbus einen kleinen Rückschlag hatten.“

Sommerzugang Nicolai Rapp (r.) kann nach dem Sieg gegen Bundesligist 1. FC Union Berlin auf eine erfolgreiche Saison mit Dynamo Dresden hoffen.

Sommerzugang Nicolai Rapp (r.) kann nach dem Sieg gegen Bundesligist 1. FC Union Berlin auf eine erfolgreiche Saison mit Dynamo Dresden hoffen.

© Robert Michael/dpa

Auch die Startelf für den Saisonauftakt am kommenden Sonntag zeichnet sich immer deutlicher ab. Auf dem rechten Flügel bekam Kaan Inanoglu den Vorzug vor Jakob Lemmer und machte seine Sache ordentlich. Zwei, drei Positionen sind laut Stamm noch nicht endgültig vergeben, die Findungsphase nähert sich aber dem Ende: „Mich interessiert, welche 20 Spieler die richtigen für Nürnberg sind."

Die 25.000 Zuschauer im Rudolf-Harbig-Stadion waren bereits zufrieden. Rapp brachte es auf den Punkt: „Wir wollten heute unbedingt nochmal mit einem positiven Gefühl rausgehen.“ Und auch Hauptmann bleibt trotz der Euphorie im Umfeld vorsichtig: „Wir können selbstbewusst nach Nürnberg fahren. Aber wenn es um Punkte geht, siehst du erst, wo es langgeht.“

Auch der eine oder andere Experte verteilte bereits Vorschusslorbeeren. „Ich schätze Dresden als eines der stärksten Teams ein“, sagte etwa Ex-Profi Felix Kroos in einer Medienrunde von RTL/Sky. Ein herausragender Einzelspieler fehle zwar noch, doch funktioniere die Mannschaft als Einheit sehr gut. Einen einstelligen Tabellenplatz hält Kroos für realistisch, die Plätze eins bis drei sieht er außer Reichweite.

Dynamo Dresden und die Frauenkirche

Neben dem Sportlichen setzte der Verein am Wochenende noch ein anderes Zeichen. Zum 300. Jahrestag der Grundsteinlegung der Frauenkirche im kommenden Jahr gehen die SG Dynamo Dresden und die Stiftung Frauenkirche Dresden eine Kooperation ein. Unter dem Motto „Frieden auf unseren Plätzen“ wollen beide Institutionen ein Zeichen für Zusammenhalt in der Stadt setzen.

Schon zur Saisoneröffnung profitierten 300 benachteiligte Menschen und Kinder aus Dresdner Vereinen von der Zusammenarbeit: Sie waren als Gäste zum Union-Test eingeladen, über das Stiftungsnetzwerk der Frauenkirche vermittelt. Ein Nachmittag mit vielen positiven Geschichten also. Am Ende blieb vor allem eines hängen: Ein Video von wenigen Sekunden, das mehr bewegte als jedes Tor.

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