«Tatort»: Ballauf und Schenk auf den Spuren der Prepper-Szene


«Tatort» aus Köln: «In der Prepper-Szene treibt sich viel komisches Volk herum»

Ballauf und Schenk lernen eine Szene kennen, die sich auf den Weltuntergang vorbereitet.

Marion Löhndorf20.09.2026, 05.30 Uhr

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Ermitteln im Bunker: Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär).

Ermitteln im Bunker: Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär).

Illustration Anja Lemcke / NZZ

Es geht apokalyptisch zu im neuen «Tatort» aus Köln. Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) ermitteln in einem Mordfall, der sie in die Prepper-Szene führt – Menschen, die sich auf das Überleben in menschheitsbedrohenden Krisen vorbereiten.

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Ein Mann (Bastian von Bömches), der sich zu einem Vorbereitungskurs auf den Ernstfall angemeldet hat, wird mit durchgeschnittener Kehle im Gebüsch gefunden. Von da an fährt der «Tatort» zweispurig: Im Wechsel folgen wir den Ermittlungen der Polizei und der Suche der Schwester (Katharina Schüttler) des Ermordeten nach ihrem Bruder.

Zukunftsängste auch bei der Polizei

Zwar weiss Elara noch nicht, dass er ermordet wurde. Aber sie ist in panikartiger Sorge um ihn, als sie ihn nicht erreichen kann. Um ihn zu finden, steigt sie in einen alten Zivilschutzbunker, in dem die Prepper fürs Überleben trainieren. An der Stelle ihres Bruders hat sie sich für den Kurs angemeldet. Dass sie eigentlich nicht richtig dazugehört, wird dem Übungsleiter (Florian Stetter) schnell klar, und er reagiert aggressiv.

Die Ermittler machen sich indes mit dem Umfeld des Toten und der Vermissten vertraut. Was dieser Folge Gelegenheit gibt, sich in der Welt der Überlebensplaner umzusehen. «In der Prepper-Szene treibt sich viel komisches Volk herum», sagt Jütte (Roland Riebeling), der für die Hintergrundarbeit auf dem Kommissariat zuständig ist. Er habe doch selbst einen Keller voller Lebensmittel für den Notfall, erwidern ihm seine Kollegen. Auch bei der Polizei ist man nicht frei von Zukunftsängsten.

Als Auslöser und Beweggründe ihrer Aktivitäten nennen die Prepper Corona, den Krieg in der Ukraine und die Menge an Atomwaffen in der Welt. Das Autorenduo Eva Zahn und Volker A. Zahn hat der gesamten Episode die Ängste unserer Zeit eingeschrieben – bis hin zur Umweltkatastrophe. Sie liegen dicht unter der Oberfläche des passabel vor sich hin schnurrenden Kriminalfalls.

Zur Atmosphäre der Unsicherheit und des drohenden Unheils trägt der Schauplatz bei, eine reale alte Atomschutzanlage aus den späten siebziger Jahren, die über die U-Bahn-Station «Kalk Post» hätte betreten werden können – von nur rund 2400 Menschen. In den für die Dreharbeiten eigens geöffneten Gängen des Bunkers wird im Film der Ernstfall geprobt, den sich die Anbieter des Kurses so vorstellen: «Die Russen haben eine Atombombe über Düsseldorf abgeworfen, und wir sind die letzten Menschen von Köln.»

Während der Ermittlungen ertönen im Hintergrund dauernd Polizeisirenen und Durchsagen, die an tatsächliche Ereignisse im Köln der vergangenen Jahre erinnern – und den Gedanken an den Krieg ins Präsens rücken: Regelmässig werden ganze Stadtviertel gesperrt und evakuiert, weil Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und entschärft werden. Experten schätzen, dass noch Hunderte unentdeckte Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Kölner Boden liegen.

«Tatort» aus Köln: Am Sonntag, 20. 9., um 20.05 Uhr auf SRF 1 und um 20.15 Uhr in der ARD.

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