Treffen in Paris: Neues Bündnis für Raketenabwehr – Europa stärkt Ukraine
Treffen in Paris: Neues Bündnis für Raketenabwehr – Europa stärkt Ukraine
Neun Länder und die Ukraine schmieden ein Bündnis gegen Raketenangriffe. Mit dabei: ein neues ukrainisches Abwehrsystem, das günstiger als das Patriot-System sein soll. 13.07.2026 - 19:23 Uhr
Die sogenannte Koalition der Willigen bei einem Treffen in Paris. Foto: Teresa Suarez/EPA Pool/AP/dpa
Angesichts anhaltender russischer Angriffe auf die Ukraine haben sich Deutschland, Frankreich und sieben weitere Länder mit der Ukraine in einer neuen Koalition zur Raketenabwehr zusammengeschlossen. „Angesichts der ballistischen Bedrohung treffen wir eine klare Entscheidung: Wir schützen die Ukraine, stärken unsere gemeinsame Sicherheit und bauen ein Europa der Verteidigung auf“, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach der Gründung der rein defensiven Koalition gegen ballistische Raketen in Paris.
„Mit der Gründung der Raketenabwehr-Koalition stärken wir die Fähigkeiten, die Europa benötigt“, sagte Macron. Beteiligt sind außerdem Dänemark, Italien, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden sowie Großbritannien. Ziel des neuen Bündnisses ist eine industrielle Zusammenarbeit, um bestehende Raketenabwehrsysteme zu ergänzen.
„Durch die Bündelung unserer industriellen Verteidigungsbasis, unserer Forschung und unserer operativen Erfahrung ist es unser Ziel, eine gemeinsame Abwehrkapazität gegen ballistische Raketen für Europa aufzubauen und relevante unterstützende Aktivitäten zu fördern“, hieß es in einer Erklärung.

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Ukraine entwickelt eigenes Abwehrsystem
Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor dem Pariser Treffen sagte, geht es um den Aufbau eines neuen Raketenabwehrsystems. Die Ukraine arbeitet an einem eigenen System namens Freyja, das eine kostengünstige und leistungsfähige Alternative zum Patriot-System darstellen soll.
Selenskyj bemüht sich nach Kräften darum, neue Munition für die Patriot-Flugabwehrsysteme seines Landes von den Partnern zu bekommen. Sie sind die wirksamste Abwehrwaffe gegen Russlands ballistische Raketen. Doch die Lenkflugkörper PAC-3 sind knapp, die Produktion in den USA läuft langsam.
US-Präsident Donald Trump hatte der Ukraine beim Nato-Gipfel in Ankara eine Lizenz zum Bau von Munition für das Flugabwehrsystem Patriot in Aussicht gestellt. Doch das ist eine langfristige Lösung, aktuell ist die Munition vor Ort knapp, und Russland nutzt dies laut Aussagen der Ukraine aus.

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