Azubis in NRW gesucht: Wo Handwerk und Pflege jetzt die besten Chancen bieten


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Der Ausbildungsmarkt in NRW steckt in der heißen Phase. Denn meist beginnt der Start in den Lehrberuf am 1. August oder teilweise auch am 1. September. Doch in diesem Jahr steht das System erneut unter Druck: Auf der einen Seite sind noch nicht alle Bewerber vermittelt, auf der anderen Seite gibt es noch viele offene Stellen.

Im Juni 2026 waren in Nordrhein-Westfalen mehr als 40.000 junge Menschen noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Gleichzeitig waren von den rund 85.000 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Ausbildungsstellen knapp 39.000 unbesetzt. Grund dafür sei, "dass Betriebe und Bewerber oft nicht passgenau zusammenfinden", so die Agentur für Arbeit.

1.

Schwächelnde Konjunktur, G9 und mangelnder Ansporn

Der Ausbildungsmarkt steht in diesem Jahr vor besonderen Herausforderungen: Durch die anhaltend schwächelnde Konjunktur gibt es im Vergleich zum Vorjahr 4000 Azubi-Stellen weniger in Nordrhein-Westfalen. Dazu kommt, dass es durch die Umstellung des Abiturs von G8 auf G9 in diesem Jahr nur wenige Abiturientinnen und Abiturienten gibt.

Zudem haben es manche Branchen besonders schwer, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Betroffen seien Berufe mit körperlicher Belastung, Schicht- und Wochenendarbeit, so die Bundesagentur für Arbeit. Beispielsweise Stellen in der Gastronomie, im Hotelbetrieb oder in der Logistik bleiben frei, weil unter anderem die variierenden Arbeitszeiten für Jugendliche unattraktiv seien.

2.

Pflege-Ausbildung in NRW im Aufwärtstrend

Auch wenn es für 2026 noch keine amtlichen Zahlen gibt, lässt sich ein Aufwärtstrend im Gesundheitswesen erkennen: In NRW entscheiden sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren immer mehr Menschen für eine Ausbildung in Pflege- und Gesundheitsberufen.

Zum Ende des vergangenen Jahres befanden sich mehr als 40.000 Menschen in der Ausbildung zur Pflegefachkraft. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die positive Entwicklung könne sich auf einem ähnlichen Niveau fortsetzen, so das statistische Bundesamt.

3.

Handwerk in NRW besonders gefragt

Positiv gestimmt ist auch die Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie beobachtet ein wachsendes Interesse an der Branche, auch an der Möglichkeit einer dualen Ausbildung. Diese sei bei Studienberechtigten und internationalen Bewerbern beliebt.

Laut Handwerksverband gibt es das vierte Jahr in Folge mehr neue Azubi-Verträge in der Branche - fast 68.000 waren es bis einschließlich Juni. Trotzdem sind im Handwerk viele Ausbildungsplätze unbesetzt.

4.

Ausbildungsplatz auf den letzten Drücker

Um freie Stellen zu besetzen und die richtigen Azubis zu finden, werden Unternehmen immer kreativer. Auf der Last-Minute-Ausbildungsbörse in Köln bieten derzeit mehr als 50 Unternehmen über 100 freie Ausbildungsplätze in etwa 60 Berufen an.

5.

Azubi-Sommerhaus in Südwestfalen

Einen innovativen Ansatz für die Azubi-Suche gibt es auch in Südwestfalen: Zwölf Azubis, fünf gemeinsame Tage, ein Haus am See: Was klingt, wie ein Reality-TV-Format, ist ein Arbeitgeber-Projekt, um zu zeigen, wie attraktiv die Region für Azubis sein kann.

Unternehmen schicken zwölf ausgewählte Azubis aus unterschiedlichen Kreisen und Branchen in das "Azubi-Sommerhaus" am Biggesee (Kreis Olpe). Die jungen Menschen stellen ihr Unternehmen, ihren Ausbildungsberuf vor und präsentieren gemeinsam die Region - in Form von Team- und Erlebnis-Challenges. Begleitet werden sie dabei von einem Social-Media-Team. Entstanden ist daraus eine YouTube-Serie, die es heute vorab im Kino zu sehen gibt.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR.de, Trotz genügend Bewerbern: 39.000 Azubis in NRW gesucht, 21.07.2026, 5:04 Uhr