Trump fordert neuen Präsidenten für die Ukraine: „Es ist an der Zeit“


Stand: 10.10.2026, 20:10 Uhr

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Trump fordert Selenskyjs Ablösung und verlangt ein Ende ukrainischer Raffinerieangriffe. Zugleich verteidigt er seinen Diesel-Deal mit Russland.

Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump hat die Ablösung des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj gefordert. „Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt“, sagte Trump am Samstag vor Journalisten im Weißen Haus. Der neue Präsident müsse bereit sein, eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges mit Russland zu schließen. Zugleich forderte Trump Selenskyj auf, ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen.

Ukrainischer Präsident Selenskyj in den USA

Zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit eskalierte ein Besuch Selenskyjs im Oval Office. (Archivbild) © Mystyslav Chernov/AP/dpa

Trump attackiert Selenskyj wegen Raffinerieangriffen

Trump warf Selenskyj vor, mehrfach die Gelegenheit gehabt zu haben, den Krieg zu beenden, diese aber nicht genutzt zu haben. Die Ukrainer sollten sich einen neuen Anführer suchen, der eine entsprechende Vereinbarung schließen könne. Selenskyj habe dies trotz vieler Möglichkeiten „aus irgendeinem Grund nie getan“, behauptete der US-Präsident.

Neben seiner Forderung nach einem politischen Wechsel in Kiew kritisierte Trump die ukrainischen Angriffe auf den russischen Energiesektor. „Er soll verdammt noch mal damit aufhören“, sagte der US-Präsident mit Blick auf die Attacken auf russische Raffinerien.

Trump behauptete, Selenskyj wolle damit amerikanischen Landwirten und Viehzüchtern Probleme bereiten, weil Russland einen großen Teil des weltweit benötigten Dieselkraftstoffs liefere. Die Angriffe der Ukraine hätten zur Dieselknappheit beigetragen, so Trump. Der ukrainische Staatschef hatte Trump zuvor wegen dessen Diesel-Deal mit Moskau scharf angegriffen. Am Freitag hatte der US-Präsident angekündigt, trotz bestehender Sanktionen Diesel aus Russland zu kaufen.

Trump stellt Dieselpreise in den Mittelpunkt

Trump begründete die Vereinbarung mit Russland mit den Auswirkungen der gestiegenen Kraftstoffpreise auf die amerikanische Bevölkerung. „Niedrigere Preise für die Amerikaner und vor allem für unsere großartigen Farmer, Viehzüchter und Lkw-Fahrer, das ist meine höchste Priorität“, sagte er. Die Dieselpreise in den USA sind seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar um 67 Prozent gestiegen. Auch die Preise für Rohöl legten infolge des Krieges zu, den die USA und Israel begonnen hatten.

Der Anstieg der Kraftstoffpreise sorgt in den Vereinigten Staaten für erheblichen Unmut. Für Trumps Republikaner steht dabei auch die Kongresswahl am 3. November im Fokus. Die Partei befürchtet, wegen der Preisentwicklung Stimmen zu verlieren und ihre Mehrheit im Kongress einzubüßen. Das würde es Trump erschweren, seine politischen Vorhaben umzusetzen. (bb mit Agenturen)