Ukraine warnt vor Flügen über Russland – Pegasus streicht Verbindungen nach Moskau
Stand: 03.09.2026, 07:21 Uhr
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Kiew hat internationale Luftfahrtbehörden vor wachsenden Risiken für Zivilflugzeuge über Russland gewarnt. Es kam bereits zu Problemen bei Flügen zwischen der Türkei und Moskau.
Kiew – Die Ukraine hat die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) darüber informiert, dass der russische Luftraum für den zivilen Verkehr nicht sicher ist. Das erklärte Außenminister Andrii Sybiha am Mittwoch (2. September).
„Die Ukraine hat die ICAO offiziell darüber in Kenntnis gesetzt, dass der russische Luftraum wegen der verstärkten militärischen Aktivitäten nicht sicher für die zivile Luftfahrt ist. Wir fordern alle auf, ihn zu meiden“, schrieb Sybiha auf X.
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Dieser Artikel von Sasha Vakulina entstand in Kooperation mit Euronews
Er sagte, Russland ignoriere die bestehenden Gefahren ganz bewusst, die sein Angriffskrieg gegen die Ukraine geschaffen habe. Diese Risiken hätten in den vergangenen Jahren bereits zu mehreren Vorfällen in der Luftfahrt geführt.
„Es ist unsere verantwortungsvolle Entscheidung, die ICAO, alle Fluggesellschaften und Regierungen zu warnen, vorsichtig zu sein, selbst wenn Russland sich weigert, seiner Informationspflicht nachzukommen. Wir wollen ungewollte Zwischenfälle verhindern“, so Sybiha.

Die offizielle Mitteilung aus Kiew erfolgte einen Tag, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Fluggesellschaften, Versicherer und Unternehmen, die große russische Flughäfen nutzen, gewarnt hatte. Der Luftraum des Landes werde zunehmend gefährlich, weil die Ukraine ihre Angriffe mit Langstreckendrohnen ausweite.
„Heute wollen wir jede Fluggesellschaft warnen, die den russischen Luftraum nutzt, jeden Versicherer, alle, die noch wichtige russische Flughäfen anfliegen: Der russische Himmel wird sehr gefährlich“, sagte Selenskyj am Dienstag.
Warnungen aus Kiew vor wachsenden Gefahren
Die Ukraine bedrohe die zivile Luftfahrt nicht, betonte Selenskyj. Zugleich warnte er, die zunehmende Zahl ukrainischer Drohnenoperationen innerhalb Russlands führe dazu, dass sich die Risiken nicht länger ignorieren ließen. Russlands Luftraum werde sich „faktisch schließen“, sagte er, weil die Folgen von Moskaus Krieg immer stärker auf russisches Territorium zurückkehrten.
Wenige Stunden nach Selenskyjs Äußerungen kam es schon in der Nacht auf Mittwoch zu Störungen auf einigen Flügen zwischen der Türkei und Moskau. Die türkische Low-Cost-Fluggesellschaft Pegasus Airlines strich laut Daten des Flughafens zwölf Flüge von und nach Moskaus Flughafen Wnukowo. Ein Pegasus-Flug von Antalya nach Moskau wurde zudem wegen Sicherheitsbedenken im russischen Luftraum umgeleitet, berichteten türkische Medien.
Ausfälle und Umleitungen bei Türkei-Russland-Verbindungen
Turkish Airlines, die nationale Fluggesellschaft der Türkei, hielt ihre Moskau-Verbindungen größtenteils aufrecht, strich jedoch zwei Abflüge und zwei Ankünfte von und nach Istanbul. Der ukrainische Luftraum ist seit dem 24. Februar 2022 für die zivile Luftfahrt gesperrt.
An diesem Tag begann Russland mit dem Einmarsch Putins Angriffskrieg. Die russische Zivilluftfahrt hingegen hat ihren Betrieb während des Krieges fortgesetzt, trotz immer häufigerer Unterbrechungen und zeitweiliger Flughafenschließungen bei ukrainischen Drohnenangriffen.
Trotz dieser Risiken verläuft weiterhin ein erheblicher Teil des internationalen Passagierverkehrs über den russischen Luftraum. Europäische und US-Fluggesellschaften fliegen seit dem Beginn von Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine im Jahr 2022 nicht mehr über das Land. Große Airlines wie Emirates, Turkish Airlines, Air India, Etihad und Qatar Airways sowie mehrere chinesische Fluggesellschaften steuern Russland jedoch weiterhin an oder nutzen seinen Luftraum zum Überflug.