Drohnenangriffe auf zwei Schiffe im Schwarzen Meer vor Bulgarien


Nach einem Drohnenangriff im Schwarzen Meer vor der Küste von Bulgarien ist ein Frachter gesunken, die Besatzung wird vermisst. Bei dem Vorfall am Dienstag ​seien rund 112 Kilometer vor der östlichen Küstenstadt Bjala zwei Schiffe getroffen worden, erklärte der bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew in einer ‌Fernsehansprache. Er berief eine Krisensitzung seiner Regierung ein.

Während seinen Angaben zufolge die Besatzung eines Getreidefrachters gerettet werden konnte, sank das andere, unter der Flagge Togos fahrende Schiff. Radew verurteilte den Angriff als grobe Verletzung des Völkerrechts. Wer für die Attacke mit Luft- und Seedrohnen vor der Küste des Nato-Landes verantwortlich war, blieb erst mal unklar. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.

Die Ukraine meldete zudem, dass ein ​Frachter nahe der Hafenstadt Odessa von einem russischen Drohnenangriff getroffen worden sei. Dabei sei ein Mensch getötet, sieben weitere Menschen ⁠seien verletzt ⁠worden, teilte der Gouverneur der ukrainischen Schwarzmeer-Region Odessa mit. An Bord des unter der Flagge der Marshallinseln fahrenden Schiffs sei ein Feuer ausgebrochen.

Bei dem Vorfall in bulgarischen Gewässern handelte es ‌sich dem britischen Risikomanagement-Unternehmen Vanguard zufolge um die unter der Flagge Togos ​fahrende »Alfa Watan« und die ‌unter der Flagge Palaus fahrende »Able«. Beide Schiffe hätten in der bulgarischen Wirtschaftszone Notsignale gesendet. Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Radiosenders BNR lief eine Rettungsaktion rund 150 Kilometer östlich der Küstenstadt Byala. Laut dem bulgarischen Fachportal Maritime.bg wurden 18 Personen gerettet.

Aus maritimen Sicherheitskreisen verlautete, erste Einschätzungen deuteten auf einen russischen Angriff hin. Radew äußerte sich nicht direkt dazu, wer hinter dem Angriff steckte, verwies jedoch auf den russischen Krieg gegen die ‌Ukraine. »Wenn dieser Krieg nicht beendet wird, wird er sich geografisch ausdehnen und das Risiko eines globalen Konflikts erhöhen«, sagte er. »Wir erleben eine Intensivierung des Krieges, bei der alle Regeln ‌des Völkerrechts verletzt und zivile Schiffe auf See ​angegriffen werden. Das ist absolut inakzeptabel.«