Volkswagen: Schwaches Porsche-Geschäft und Milliardenabschreibung zwingt VW zu Gewinnwarnung


Europas größter Autobauer Volkswagen kappt wegen der ​anhaltenden Marktschwäche in China, der steigenden Nachfrage nach ‌Elektroautos, einer Milliardenabschreibung auf die Sportwagentochter Porsche und der Kosten für den Konzernumbau seine Prognose für das laufende Jahr. Bei der Umsatzrendite ​traut sich der Konzern aus Wolfsburg nun nur ⁠noch ⁠ein Prozent statt der bislang vorhergesagten 4,0 bis 5,5 Prozent zu, wie das ‌Unternehmen am Freitag mitteilte. Die ​Aktien ‌gaben im späten Freitagshandel um 6,4 Prozent nach und waren damit größter Verlierer im Dax.

Insgesamt gebe es Sondereffekte von rund 10 Milliarden Euro, erklärte das Unternehmen. Ein Grund dafür sei eine Milliardenabschreibung auf den Wert des Geschäftsbereichs Porsche. Aufgrund einer geänderten Mittelfristprognose bei der Porsche AG ergebe sich eine Wertberichtigung um rund 6 Milliarden Euro, teilte Volkswagen mit. Diese sei nicht zahlungswirksam.

Auch Porsche SE senkt Prognose

Die schwächere Entwicklung bei Volkswagen wirkt sich auch auf die Porsche SE aus, die rund 31,9 Prozent der VW-Aktien hält. Weil die Porsche SE einen Teil des VW-Gewinns beziehungsweise -Verlusts entsprechend ihrer Beteiligung in ihrer eigenen Bilanz berücksichtigt, senkt auch die Holding ihre Ergebnisprognose.

Für 2026 erwartet die Porsche SE weiterhin ein positives bereinigtes Ergebnis nach Steuern. Die neue Spanne liegt jedoch nur noch zwischen minus 0,5 Milliarden und plus 1,5 Milliarden Euro. Bislang hatte die Porsche SE mit 1,5 bis 3,5 Milliarden Euro gerechnet.

An ihrer Schuldenprognose hält die Porsche SE fest: Die Nettoverschuldung soll zum 31. Dezember 2026 weiterhin zwischen 4,7 Milliarden und 5,2 Milliarden Euro liegen.

Irankrieg und Zollsituation belasten

Zudem macht Volkswagen weitere Unsicherheiten geltend: „Mögliche zukünftige Auswirkungen der Eskalation im Nahen Osten können weiterhin nicht belastbar eingeschätzt werden und sind daher in den prognostizierten Kennzahlen nicht berücksichtigt.“