Von Wüst geehrt: Polizist kriecht unter brennendes Auto und rettet Mann aus Flammen


Stand: 21.07.2026, 13:46 Uhr

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Der Bönener Christian Lüke zog im November 2024 einen eingeklemmten 20-Jährigen aus einem brennenden Wrack in Dortmund. Ministerpräsident Wüst verleiht ihm dafür jetzt die Rettungsmedaille des Landes NRW. Belobigt wurde auch sein Bergkamener Kollege Enes Enbiya Özsakiz.

Bönen/Düsseldorf – Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Montag, 20. Juli, im Rahmen einer Feierstunde in Düsseldorf 25 Personen aus NRW mit der Rettungsmedaille geehrt, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens andere Menschen aus lebensbedrohlichen Notlagen gerettet haben. Unter ihnen ist auch Christian Lüke, der als erster Bönener die Rettungsmedaille erhielt.

Ministerpräsident Hendrik Wüst (links) verlieh am Montagabend die Rettungsmedaille des Landes NRW an Christian Lüke (2.v.l.). Landtagsabgeordnete Silva Gosewinkel und Bürgermeister Nils Böckmann gratulierten bei der Verleihung.

Ministerpräsident Hendrik Wüst (links) verlieh am Montagabend die Rettungsmedaille des Landes NRW an Christian Lüke (2.v.l.). Landtagsabgeordnete Silva Gosewinkel und Bürgermeister Nils Böckmann gratulierten bei der Verleihung. © privat

Anwesend bei der Ehrung waren auch die SPD-Landtagsabgeordnete Silvia Gosewinkel und Bürgermeister Nils Böckmann. Sie hatten es sich nicht nehmen lassen, Christian Lüke persönlich zu gratulieren.

Unter das brennende Auto gekrochen

Am 1. November 2024 verliert ein 20-jähriger Dortmunder morgens um 4 Uhr auf der Wickeder Straße in Dortmund die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallt gegen einen Baum. Das Auto geht sofort in Flammen auf. Die Polizeibeamten Christian Lüke, Anthony Ulbrich, Marvin Barabo, Jens Jakubczak, Saskia Link, Enes Enbiya Özsakiz und Christopher Ruppel werden zu dem Unfall gerufen. Das brennende Fahrzeug ist in einem Graben zum Stehen gekommen.

Auf der Beifahrerseite sehen die Beamten eine eingeklemmte Person, die um Hilfe schreit. Der Bönener Christian Lüke rennt sofort zum brennenden Auto, aber Flammen und Hitze sind so stark, dass er den Mann nicht greifen und aus dem Auto ziehen kann. Mehrere weitere Versuche scheitern an Hitze und Flammen. Immer wieder gibt es kleine Explosionen im Fahrzeug. Christian Lüke kriecht in den Entwässerungsgraben unterhalb des Autos. Das Feuer hat sich ausgebreitet und ist mittlerweile überall – ein Baum neben dem Fahrzeug brennt schon.

Im November 2024 waren Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei nach einem schweren Verkehrsunfall in Dortmund-Wickede im Einsatz. Ein Fahrzeug geriet in Brand.

Im November 2024 waren Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei nach einem schweren Verkehrsunfall in Dortmund-Wickede im Einsatz. Ein Fahrzeug geriet in Brand. © Feuerwehr Dortmund

Der Mann ist eingeklemmt, der Fuß steckt fest

Mit ganzer Kraft und allem Mut schafft es Lüke bis zum eingeklemmten Beifahrer. Er fasst die Hand des Mannes und will ihn aus dem brennenden Auto ziehen. Ohne Erfolg. Der Fuß ist zu fest eingeklemmt. Er greift in den Fußraum und bekommt den Fuß des Mannes zu packen und kann ihn lösen. Es gelingt ihm, den jungen Mann aus dem Auto zu ziehen.

Polizeioberkommissar Anthony Ulbrich kommt seinem Kollegen zur Hilfe und gemeinsam bringen sie den Verletzten aus der Gefahrenzone. Direkt versucht Anthony Ulbrich, die brennenden Beine des Verletzten mit bloßen Händen und einem Sweatshirt zu löschen. Polizeikommissar Enes Enbiya Özsakiz und Polizeihauptkommissar Jens Jakubczak holen zur gleichen Zeit Feuerlöscher und Löschdecken. Polizeioberkommissar Christopher Ruppel, Polizeihauptkommissar Marvin Barabo und Polizeikommissarin Saskia Link übernehmen die Erstversorgung.

Vorbildlicher und mutiger Einsatz

Für ihren vorbildlichen und mutigen Einsatz wurde Christian Lüke und Anthony Ulbrich die Rettungsmedaille des Landes NRW von Ministerpräsident Hendrik Wüst verliehen. Saskia Link, Marvin Barabo, Enes Enbiya Özsakiz (Bergkamen), Jens Jakubczak und Christopher Ruppel, die die Rettungsaktion tatkräftig unterstützt haben, erhielten eine öffentliche Belobigung.

Düsseldorf, 20.07.2026: Ministerpräsident Hendrik Wüst verleiht die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen an Christian Lüke und Anthony Ulbrich; Belobigung für Saskia Link, Marvin Barabo, Enes Enbiya Özsakiz, Jens Jakubczak, Christopher Ruppel

Ministerpräsident Hendrik Wüst verlieh am Montagabend die Rettungsmedaille des Landes NRW an Christian Lüke (3.v.r.) und Anthony Ulbrich (2.v.l.). Eine öffentliche Belobigung erhielten ihre Kollegen Saskia Link, Marvin Barabo, Christopher Ruppel und Enes Enbiya Özsakiz (v.l.). © Land NRW/Ralph Sondermann/Land NRW / Ralph Sondermann

„Das entschlossene Handeln Einzelner kann Leben retten. Genau das haben die Menschen, die mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet werden, eindrucksvoll bewiesen“, sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst in seiner Laudatio. „Mit ihrem mutigen und selbstlosen Einsatz haben sie Mitmenschen aus lebensgefährlichen Situationen gerettet. Sie haben hingesehen und in einem entscheidenden Moment Verantwortung übernommen und Mut bewiesen. Ihr Engagement steht beispielhaft für die Mitmenschlichkeit und die Zivilcourage, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Sie sind Vorbilder für uns alle.“

Stolz, dass die Medaille erstmals nach Bönen geht

Der Bönener Bürgermeister Nils Böckmann lobte den Bönener Polizisten: „Christian Lüke hat mit seinem mutigen und selbstlosen Handeln gezeigt, was Mitmenschlichkeit bedeutet. Genau solche Menschen brauchen wir in unserer Gesellschaft“, sagte er nach der Verleihung. „Dass Christian Lüke als erster Bönener mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet wurde, erfüllt uns mit großem Stolz.“

Rettungsmedaille Land NRW

Die Rettungsmedaille des Landes NRW wurde erstmalig nach 75 Jahren einem Bönener verliehen. © privat

Auch die Landtagsabgeordnete Silvia Gosewinkel gratulierte Lüke und seinen Kollegen nach der Ehrung zu ihrem Einsatz und ihrem Mut: „Ein würdiger Abend, der Menschen in den Mittelpunkt stellt, die ihr Leben zur Rettung anderer riskiert haben.“ Die Rettungsmedaille wird seit 1951 auf der Grundlage des Gesetzes über die staatliche Anerkennung für Rettungstaten des Landes NRW verliehen. Seither wurden 1435 Bürgerinnen und Bürger mit der Rettungsmedaille ausgezeichnet.