Waldbrandstufe 3 bis 4: Vier Löschzüge mit 12.000 Litern in Bereitschaft
Stand: 15.07.2026, 06:00 Uhr
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Wegen anhaltender Trockenheit gilt im Kreis Hersfeld-Rotenburg die Waldbrandstufe 3 bis 4. Notfalls transportieren Landwirte Löschwasser in Güllefässern zur Einsatzstelle.
Hersfeld-Rotenburg – Wegen der anhaltenden Trockenheit und der hohen Temperaturen gilt im Kreis Hersfeld-Rotenburg zurzeit die Waldbrandstufe 3 bis 4. Die Feuerwehren sind in Alarmbereitschaft und erhalten täglich Wetter- und Lageeinschätzungen aus Wiesbaden. Trotzdem bleibt Kreisbrandinspektor (KBI) Marco Kauffunger entspannt, denn die Wehren seien gut aufgestellt. Bereits im Frühjahr habe man sich gemeinsam mit den Forstämtern und privaten Waldbesitzern auf die heiße Saison vorbereitet.
Auch Forstämter sind wachsam
Auch die Forstämter im Kreis beobachten die Lage genau: Vor allem die oberen Bodenschichten trocknen bei hohen Temperaturen und Wind schnell aus. Besonders anfällig sind sonnige Süd- und Südwesthänge, Waldränder entlang von Straßen sowie Bereiche mit viel trockenem Gras, Reisig oder Totholz. Stark genutzte Wanderwege, Grillplätze und Parkplätze werden beobachtet. Je nach Gefahrenlage richten die Forstämter Rufbereitschaften ein. Forstmitarbeiter haben Feuerlöschrucksäcke, um kleinere Brände früh bekämpfen zu können.
„Bei Waldbränden stehen im Kreis vier spezielle Löschzüge mit bis zu 22 Einsatzkräften aus mehreren jeweils benachbarten Gemeinden zum schnellen Eingreifen bereit“, erklärt Kauffunger. Mit Tanklöschfahrzeugen können bis zu 12.000 Liter Löschwasser herbeigeschafft werden. Wenn Fahrzeuge nicht dicht genug an den Brandherd herankommen, können auch bis zu 2600 Meter lange Schlauchleitungen verlegt werden. „Notfalls können wir über das sogenannte ‚Red Farmer-Netzwerk‘ auch auf Landwirte zurückgreifen, die in Güllefässern Löschwasser zur Einsatzstelle transportieren“, erklärt der Kreisbrandinspektor.

Bei Einsätzen im Wald setzen die Feuerwehren auf das digitale Kartensystem „Nav-Log“, das eigentlich für die Holzindustrie entwickelt wurde und auf Teiche oder Bäche zur Wasserentnahme hinweist. Generell sei zum Löschen von Waldbränden relativ wenig Wasser notwendig, weil es sich dabei meist um Bodenbrände handele, erklärt Kauffunger. „Wenn es allerdings in Hanglagen brennt, dann wird der Löscheinsatz schwierig.“ Häufiger noch als zu Waldbränden werde die Feuerwehr zurzeit allerdings zu Böschungsbränden entlang der Bahnstrecken im Kreis alarmiert. Sie entstünden, wenn bei Güterzügen die Bremsen heißlaufen.
Generell sei Hessen nach Einschätzung von Kreisbrandinspektor Kauffunger technisch „relativ gut ausgestattet“ für die Waldbrandbekämpfung. Dennoch mahnt der oberste Feuerwehrmann an diesen heißen Sommertagen zu Vorsicht: kein Rauchen, kein Grillen, kein offenes Feuer im Wald. Auch mit dem Auto sollte man zurzeit nach Möglichkeit nicht in den Wald fahren. Weniger Sorgen macht sich der KBI um das Haune-Rock-Festival, das diese Woche beginnt. Dort gebe es ein abgestimmtes Sicherheitskonzept der Veranstalter und klare Regeln. „Außerdem sind Festival-Besucher normalerweise vernünftig“, sagt Kauffunger.