Siegmund als „zukünftiger Ministerpräsident“ angekündigt: Weidel startet AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt
Stand: 18.07.2026, 11:55 Uhr
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Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Die AfD hofft auf den Posten des Ministerpräsidenten. Heute beginnt der Wahlkampf.
Magdeburg – In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt und die in diesem Bundesland als „gesichert rechtsextrem“ eingestufte AfD liegt in den Umfragen deutlich vorn, auch wenn sie gegenüber der vorherigen Erhebung einen Punkt auf 41 Prozent verloren hat. Dennoch sind die anderen Parteien weit abgeschlagen, was in Magdeburg am heutigen Tag für beste Laune sorgen dürfte. Denn AfD-Chefin Alice Weidel eröffnet offiziell den Wahlkampf.

Informell ist der AfD-Wahlkampf jedoch schon länger in vollem Gange. So hatte zuletzt eine Veranstaltung für Irritationen gesorgt, bei der der AfD-nahe Kabarettist Uwe Steimle die DDR-Nationalhymne anstimmte – und es hinterher Diskussionen darüber gab, ob neben AfD-Co Tino Chrupalla auch Sachsen-Anhalts Spitzenkandidat Ulrich Siegmund mitsang. Der sagte zur Causa auf X: „Ich werde mich aber weder von meinen Kollegen noch von einer Hymne distanzieren, deren Text aufgrund des Freiheits- und Friedensbezugs in der DDR sogar verboten war.“
Steimle hatte sich in der Veranstaltung zudem abfällig über Kanzler Friedrich Merz und Altkanzlerin Angela Merkel geäußert, weshalb die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau ermittelt. Sie hat ein Verfahren nach Paragraf 126 des Strafgesetzbuchs eingeleitet, bei dem es um die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten geht.
AfD in Sachsen-Anhalt präsentierte jüngst Sofortprogramm
Damit alle Wahlberechtigten auch wissen, was auf sie zukommt, hat AfD-Mann Siegmund kürzlich ein Sofortprogramm für die ersten hundert Tage seiner ersehnten Amtszeit nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt präsentiert. Demnach will er Geflüchtete zur Arbeit verpflichten, Kinder von Geflüchteten in Sonderklassen unterbringen, Rundfunkstaatsverträge kündigen und die Deutschlandfahne täglich an öffentlichen Schulen wehen lassen – um nur einige Punkte zu nennen. Gerade das Vorhaben, Geflüchtete „ab Minute eins“ abzuschieben, scheint jedoch Wunschdenken der laut Verfassungsschutz „extremen Rechten“ in Sachsen-Anhalt. Zwar liegt der Vollzug von Abschiebungen bei den Ländern, die rechtlichen Rahmenbedingungen werden jedoch durch Bundesrecht bestimmt.
Überhaupt steht dem erst einmal der Wahlkampf gegenüber, dessen offizielle Eröffnung für 16 Uhr in einer Halle auf dem Messegelände in Magdeburg angekündigt wurde: „Zu Gast sind AfD-Bundessprecherin Alice Weidel, der Spitzenkandidat und zukünftige Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Ulrich Siegmund, sowie eine spannende Bühnenshow“, heißt es hierzu auf X. Gegenproteste sollen bereits um 13.30 Uhr starten. (Quellen: dpa, eigene Recherche) (ktho)