Weitere Detailfrage geklärt: Odilienplatz in Dillingen – wann der Umbau beginnen soll


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Weitere Detailfrage geklärt Odilienplatz in Dillingen – wann der Umbau beginnen soll

Dillingen · Die Stadt Dillingen will den in die Jahre gekommenen Odilienplatz in der Innenstadt sanieren und entsiegeln. Nachdem der Stadtrat dem überarbeiteten Entwurf bereits 2025 zugestimmt hat, konnte nun eine wichtige Detailfrage geklärt werden.

13.07.2026 , 17:00 Uhr

 Die Stadt Dillingen will den in die Jahre gekommenen Odilienplatz sanieren und neu gestalten.

Die Stadt Dillingen will den in die Jahre gekommenen Odilienplatz sanieren und neu gestalten.

Foto: Ruppenthal/Ruppenthal;GMLR

Viel Industrie und wenig Grün: Bereits vor drei Jahren kam eine Studie zum Ergebnis, dass die Stadt Dillingen die mit Abstand am meisten versiegelte Stadt des Saarlandes ist. Demnach sind rund 63 Prozent des Siedlungsgebietes bebaut, betoniert oder asphaltiert.

Stadt Dillingen will Odilienplatz umgestalten

Dazu zählt auch der große Odilienplatz im Herzen der Innenstadt, der, wie der Große Markt in Saarlouis, hauptsächlich als Parkfläche dient und stark versiegelt ist. Die Folge: Die Innenstadt heizt sich wegen des Klimawandels immer weiter auf, es fehlt das Grün auf dem Platz.

Doch das will die Stadt ändern und plant bereits seit Längerem, den Odilien- und Weinligplatz umzugestalten und dabei teilweise zu entsiegeln. Nach fast zwei Jahren Diskussion einigte sich der Stadtrat 2025 mehrheitlich für einen Entwurf, wie der Odilienplatz künftig aussehen soll. Der überarbeitete Plan sieht etwa eine niedrigere Sitzstufenanlage ohne Wasserwand vor, die zur Stummstraße gerichtet ist, ebenso fällt die zweite Baumreihe in der Herrenstraße aus Brandschutzgründen weg. Anstelle des Odilienbrunnens, der nicht mehr zu sanieren ist, soll ein Bereich zum Aufhalten entstehen, mit Wasserspiel für Kinder. Zeitgleich sollen mehrere Stellplätze wegfallen und neue Gärten entstehen (wir berichteten).

Das neue Muster der Pflastersteine soll die Transformation der Dillinger Hütte mit den neuen Anlagen darstellen.

Das neue Muster der Pflastersteine soll die Transformation der Dillinger Hütte mit den neuen Anlagen darstellen.

Foto: Architekturbüro Neumann Gusenburger

Pflastermuster soll Transformation der Dillinger Hütte zeigen

Nachdem die grobe Planung seither klar ist, konnte der Bauausschuss und der Stadtrat jetzt eine bislang offene Detailfrage klären, nämlich, was das Pflastermuster auf dem Odilienplatz darstellen soll. Wie der Geschäftsführer vom beauftragten Architekturbüro Neumann und Gusenburger, Thomas Gusenburger, den Ratsmitgliedern in der Sitzung erläuterte, soll das Muster in der Mitte künftig die neuen Anlagen der Dillinger Hütte und damit deren Transformation abbilden.

Zudem sind die Gärten gegenüber der vorherigen Planung jetzt „orthogonal“, sagte Gusenburger, also rechtwinklig zueinander. Der Sitzstufenbelag soll ihm zufolge aus Holz sein.

Als erster Bauabschnitt soll der Bereich des ehemaligen Odilienbrunnens umgestaltet werden.

Als erster Bauabschnitt soll der Bereich des ehemaligen Odilienbrunnens umgestaltet werden.

Foto: Architekturbüro Neumann Gusenburger

Bau könnte im Herbst beginnen

Dabei gab Gusenburger auch einen Ausblick auf die künftige Baustelle. Wie er ausführte, soll diese in Richtung der Stummstraße beginnen und danach abschnittsweise bis zum Weinligplatz weiterziehen. Dabei sollen während des Umbaus auch möglichst viele Stellplätze frei bleiben. „Wenn die Ausschreibung erfolgreich ist und der Spendenbescheid vorliegt, kann der Bau im Herbst beginnen“, sagte Gusenburger.

Über den Winter soll anstelle des ehemaligen Brunnens eine neue Aufenthaltsfläche mit Wasserspiel entstehen, die Gastronomen dann ab dem Frühling 2027 nutzen könnten. Anschließend wird der mittlere und hintere Teil umgebaut. „Als allerletzter Punkt kommt die Herrenstraße, da sie als Baustellenzufahrt dient.“ Wie lange der Umbau dauern könnte, sei jedoch schwer zu sagen. „Wenn alles gut geht, weniger als zwei Jahre“, sagte Gusenburger.

SPD und CDU befürworten den Plan

Der jetzige Plan stieß bei der SPD auf Zustimmung. „Das Ergebnis haben wir im Bauausschuss in großen Teilen gemeinsam auf den Weg gebracht und wir können stolz darauf sein“, sagte der Fraktionsvorsitzende, Andreas Kleber. Ihnen war wichtig, „dass wir einen Bezug zur Dillinger Hütte schaffen“, führte er weiter aus und hob das neue Pflastermuster als „Alleinstellungsmerkmal“ hervor. Mit der Wasserfläche vor der Sitzstufenanlage „schaffen wir eine neue Begegnungsstätte“. Zwar fallen Stellplätze weg, „aber wir haben einen guten Kompromiss gefunden“, fand Kleber.

Die geplante Umgestaltung des Platzes habe den Rat lange beschäftigte, hielt die CDU-Fraktionsvorsitzende, Dagmar Heib, fest. „Zu Recht, denn der Odilienplatz ist die Herzkammer unserer Stadt.“ Sie hoffe darauf, dass der Bau relativ schnell umgesetzt werden kann, und regte eine Bürgerinformationsveranstaltung an. Diese sei bereits vorgesehen, kündigte Dillingens Bürgermeister, Christian Finkler, an. Ihm zufolge sei auch geplant, vor Ort ein Büro einzurichten, das Bürgern bei Fragen als Anlaufstelle dienen soll.

BSW kritisiert Plan

Zustimmung kam ebenfalls von den Grünen. „Wir erleben in Echtzeit, was es bedeutet, zu entsiegeln und wir haben einen vernünftigen Kompromiss gefunden zwischen dem Wegfall von Stellplätzen und Entsiegeln“, erläuterte Peter Spang.

Kritik äußerte dagegen das BSW, die den Umbau schon länger skeptisch sehen, sei es der Wegfall von Stellplätzen oder die Sitzstufenanlage, wie der Fraktionsvorsitzende, Sascha Sprötge, sagte. Auch die Kosten wurden ihm zufolge nach oben korrigiert und beziffern sich nach Angaben der Stadt auf neun Millionen Euro. Dabei kann die Stadt auf Zuschüsse in Höhe von sechs Millionen Euro hoffen. Bei zwei Gegenstimmen votierte der Stadtrat mehrheitlich für die Planung des ersten Bauabschnitts und beschloss so offiziell das Bauprogramm. (pte)