McDonald's Monopoly: Der Millionen-Betrug von Jerome Jacobson
Jerome Jacobson | WiWo History: Der große Betrug beim McDonald's Monopoly
Jerome Jacobson stahl in den 1990er-Jahren 24 Millionen US-Dollar, mithilfe von Mafiosi, Drogendealern und einer Mormonenfamilie – bis das FBI ihn schnappte.
Ziehe nicht über Los: Jerome Jacobsons Betrugsserie brachte ihn schlussendlich ins Gefängnis. Foto: IMAGO/Manfred Segerer
Burger, Pommes, Cola – und „Wer wird Millionär“: Das McDonald’s-Monopoly, 1987 gestartet, war eine der erfolgreichsten Werbekampagnen der Fast-Food-Kette. Sticker auf den Fast-Food-Produkten boten die Chance auf Sofortgewinne: Luxusautos und Bargeld bis zu einer Million Dollar. Zumindest theoretisch. Praktisch war es in den USA jahrelang unmöglich, einen Hauptpreis zu ergattern – weil Jerome Jacobson alle einsteckte.
Onkel Jerry, wie ihn seine Freunde nannten, wollte eigentlich Polizist werden. Eine Handgelenksverletzung beendete seine Beamtenkarriere.
Er heuerte als Sicherheitsmann bei dem Unternehmen an, das die Sticker für das McDonald’s-Gewinnspiel herstellte. Seine Aufgabe: die wertvollen Aufkleber in gesicherten Briefumschlägen in die zufällig ausgewählten Gewinnregionen liefern – begleitet von einer Wirtschaftsprüferin.
Durch Zufall fiel ihm ein Karton der Sicherheitssiegel für die Kuverts in die Hände. Auf der Herrentoilette öffnete er die Umschläge, tauschte die Sticker aus und versiegelte sie wieder. Den ersten Sticker, im Wert von 25.000 US-Dollar, schenkte er 1989 seinem Stiefbruder. Mit der Zeit verteilte er immer mehr Preise und ließ sich einen Teil der Gewinne auszahlen.
Monopoly und die Mafia
Am Flughafen lernte er einen Mafioso kennen. Gemeinsam professionalisierten sie den Betrug: Jacobson besorgte die Preisaufkleber, der Mafioso ließ sie durch Komplizen im ganzen Land einlösen. Jahrelang zapften die Männer die McDonald’s-Lotterie an – bis der Mafioso im Mai 1998 bei einem Autounfall starb. In den folgenden Jahren rekrutierte Jacobson Dutzende neue Komplizen: Drogendealer, Nachtklubbesitzer, sogar eine Mormonenfamilie. Bis 2001 stahl Jacobson Preise im Wert von 24 Millionen Dollar.
Was er nicht wusste: Das FBI war ihm auf der Spur. Bereits im Jahr 2000 hatte ein anonymer Tippgeber gemeldet, das Monopoly-Gewinnspiel werde von einem Onkel Jerry manipuliert.
Das FBI hörte Jacobsons Telefon ab und war überrascht, wie weit sein Netzwerk reichte. Um alle Beteiligten zu fassen, mussten die Ermittler behutsam vorgehen. Das FBI bat den damaligen McDonald’s-CEO, Jack Greenberg, eine letzte Monopoly-Aktion zu starten.
Eine schwierige Entscheidung. Greenberg wusste, dass Jacobson die Preise stehlen würde. Dennoch willigte er ein. Das FBI überwachte jede Bewegung der Verdächtigen und wurde bei der Beweissammlung kreativ: Am 3. August 2001 fuhr ein Kamerateam zum neuesten Millionengewinner Michael Hoover. Sie gaben vor, eine McDonald’s-Werbung drehen zu wollen – in Wahrheit waren es verdeckte FBI-Agenten.
Hoover erzählte seine Lügengeschichte: Er habe den Preisaufkleber in einer Werbeanzeige gefunden.

Michael Hoover gewinnt 2001 eine Million Dollar im letzten manipulierten Monopoly – er ist ein Komplize Jacobsons. Foto: PR/HBO
Wenige Wochen später hatte das FBI genügend Beweise und verhaftete acht Verdächtige. Jacobson drohten 15 Jahre Gefängnis. Doch er gestand und bekam eine Gefängnisstrafe von 37 Monaten sowie eine Zahlung von 12,5 Millionen Dollar auferlegt.
Insgesamt verurteilte das Gericht in dem Fall mehr als 50 Personen. Mehrere landeten, ganz so wie im Monopoly-Brettspiel, im Gefängnis.

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