Zigaretten bald bei fast zwölf Euro? Streeck will Tabaksteuer noch stärker erhöhen
Zigaretten sollen noch teurer werden – Streeck fordert kräftigeren Preissprung
Stand: 15.08.2026, 12:44 Uhr
Die Bundesregierung will die Tabaksteuer erhöhen. Hendrik Streeck geht das nicht weit genug – und fordert im Bundestag einen noch deutlich kräftigeren Preissprung.
Frankfurt – Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), hat sich dafür ausgesprochen, die von der Regierung geplante Erhöhung der Tabaksteuer im parlamentarischen Verfahren nach oben zu korrigieren. „Es ist nachgewiesen, dass es gesundheitspolitisch sinnvoller ist, wenn Preiserhöhungen auf Zigaretten auch spürbar sind“, sagte Streeck der Rheinischen Post vom Samstag.
Deswegen dürfe die geplante Erhöhung der Tabaksteuer „nicht so kleckerweise“ kommen wie von der Bundesregierung geplant, sondern müssten kräftiger ausfallen.

Streeck will Tabaksteuer stärker erhöhen als Klingbeil geplant
Die bisherigen Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sehen eine Erhöhung der Steuer um 40 Cent pro Zigarettenpackung und Jahr bis 2030 vor. Die Spirituosen-Steuer soll um 20 Prozent steigen. Der CDU-Abgeordnete Streeck zeigte sich zuversichtlich, dass es in der Unionsfraktion eine Mehrheit für eine deutlichere Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer geben werde - und verteidigte die Pläne gegen Kritik.
Streeck verwies darauf, dass es 131.000 tabakbedingte Todesfälle im Jahr gebe. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Rauchens beliefen sich auf rund 97 Milliarden Euro. Dem stünden etwa 15,6 Milliarden Euro Tabaksteuereinnahmen gegenüber. Der Preis von Zigaretten sei gerade bei Jugendlichen „eines der wirksamsten Präventionsinstrumente, die wir haben“, sagte Streeck.
Zigaretten könnten bis 2030 fast zwölf Euro pro Packung kosten
Die Steuererhöhungen sind zugleich Teil der Konsolidierungspläne der Bundesregierung für den Bundeshaushalt 2027. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums sollen neben der Tabaksteuer auch die Abgaben auf Spirituosen und Alkopops steigen. Bier und Wein sind von der geplanten höheren Alkoholsteuer dagegen nicht betroffen. Die zusätzlichen Einnahmen sollen damit nicht ausschließlich gesundheitspolitischen Zwecken dienen, sondern auch die Einnahmeseite des Bundes stärken.
Für Raucher könnten die Pläne deutlich höhere Preise bedeuten. Nach Berechnungen der Tabakindustrie, über die die Tagesschau berichtete, würde eine Packung mit 20 Zigaretten 2027 rund 9,10 Euro kosten. Bis 2030 könnte der Preis demnach schrittweise auf 11,78 Euro steigen. Der Bund rechnet für 2030 infolge der höheren Tabaksteuer mit Mehreinnahmen von rund 4,4 Milliarden Euro.
Raucherquote bei Jugendlichen deutlich gesunken
Die Raucherquote ist in Deutschland über einen längeren Zeitraum bereits gesunken. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums rauchten 2023 noch 6,8 Prozent der 12- bis 17-Jährigen; 2001 waren es 27,5 Prozent. Bei den 18- bis 25-Jährigen sank der Anteil im gleichen Zeitraum von 44,5 auf 26,3 Prozent. Das Ministerium zählt Preiserhöhungen ausdrücklich zu den Instrumenten, mit denen der Tabakkonsum verringert werden soll. (Rheinische Post/dpa; ntv; Tagesschau; Bundesministerium der Finanzen; Bundesministerium für Gesundheit; Statistisches Bundesamt) (mare)