Börse: SAP-Zahlen ziehen Dax nach oben – Ölpreise sinken
Börse: SAP-Zahlen ziehen Dax nach oben – Ölpreise sinken
Iran-Krieg und US-Zölle lassen die Märkte heute unbeeindruckt. Auch die Techwerte finden wieder ruhiges Fahrwasser. Genauso wie die Konjunktur.
Blick auf eine DAX-Anzeigetafeln in der Frankfurter Börse. (Archiv) Foto: Hannes P Albert/dpa
Starke Zahlen des Dax-Schwergewichts SAP und ermutigende Konjunkturdaten haben den Börsen in Europa am Freitag Auftrieb gegeben.
Der deutsche Leitindex gewann 1,4 Prozent auf 25.099 Punkte. Sein europäisches Pendant Euro Stoxx 50 legte rund 1,1 Prozent zu.
SAP-Aktien kletterten nach Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal um 9,3 Prozent und waren damit die größten Gewinner im Dax.
„Die allgemeine Marktstimmung mag pessimistisch sein, doch die SAP-Zahlen sprechen eine andere Sprache“, schrieben die Experten der Baader Bank.
An den US-Börsen stabilisierten sich die Kurse nach dem jüngsten Ausverkauf im Tech-Sektor. Die Ergebnisse von Alphabet und Tesla hatten die Besorgnis der Anleger hinsichtlich steigender Investitionen in Künstliche Intelligenz und des hohen Kapitalbedarfs bei Tech-Giganten am Donnerstag verstärkt.
Für gute Stimmung sorgten hierzulande Konjunkturdaten. Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist besser als erwartet ins dritte Quartal gestartet: Der Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister zusammen stieg im Juli zum Vormonat um 1,9 Zähler auf 51,9 Punkte.
US-Zölle lassen Anleger kalt
Nach dem rasanten Anstieg der vergangenen Tage setzten am Ölmarkt Gewinnmitnahmen ein. Trotzdem steuern die Preise auf Wochensicht auf ein zweistelliges Plus zu.
Die Nordsee-Rohölsorte und US-Leichtöl WTI verbilligten sich um jeweils rund 2,5 Prozent. Mit 97,81 und 89,87 Dollar je Fass (159 Liter) lagen sie dennoch jeweils rund zehn Prozent höher als zum Handelsschluss am vergangenen Freitag.
„Wichtige Zentren der Ölförderung oder der Versorgungsrouten befinden sich in oder nahe den Kriegsgebieten“, sagte John Evans, Analyst beim Ölmakler PVM. „Die kurzfristigen Aussichten deuten daher auf steigende Preise hin.“
Laut JPMorgan dürfte jeder weitere Monat mit Lieferunterbrechungen wegen der Spannungen im Nahen Osten den Preis für ein Barrel Brent um sieben bis acht Dollar erhöhen.
VW nach Zahlen unter Druck
Europaweit zählten Finanz- und Technologieaktien zu den größten Gewinnern. Volkswagen sorgte mit seinem Quartalsbericht hingegen für lange Gesichter. Europas größter Autobauer stellt sich trotz einer hohen Nachfrage nach seinen elektrischen Kleinwagen auf schwächere Erlöse ein.
Der Betriebsgewinn sank im ersten Halbjahr um 11,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro, unter dem Strich waren es mit 3,1 Milliarden Euro sogar gut 30 Prozent weniger. Die VW-Aktie gab rund zwei Prozent nach und war damit der größte Verlierer im Dax.
Die Titel von Adidas gaben nach einer negativ aufgenommenen Prognose eines US-Rivalen um 1,6 Prozent nach. Der US-Konzern Deckers Outdoor, der unter anderem Sportartikel der Marke Hoka anbietet, hatte seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2027 zwar nach oben geschraubt.
Die Anhebung fiel jedoch geringer aus als von Analysten erhofft. „Ein kleiner Dämpfer für die Branche“, kommentierte ein Händler. Die Aktie von Deckers rutschte im US-Handel um zwei Prozent ab.
Bei den Kleinwerten im SDax sorgte Atoss Software mit einem Kurssprung von 9,8 Prozent für Aufsehen. Das Unternehmen verzeichnete im ersten Halbjahr einen Umsatz- und Gewinnsprung.

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