In all den 47 Jahren meiner Tätigkeit in der Literaturredaktion der F.A.Z. war ich nur relativ selten auf der Buchmesse und kann mich auch nicht an ein ganz besonderes Vorkommnis erinnern. Das Fernbleiben hatte mehrere Gründe: Erstens hatte ich meistens „Stallwache“, wenn alle anderen ausgeflogen waren. Zweitens hatte ich mit vielen Menschen, die ich dort hätte treffen können, das ganze Jahr über telefonischen Kontakt, und bei gelegentlichen Versuchen, persönlich Guten Tag zu sagen, habe ich schnell festgestellt, dass die Presse-Damen und -Herren für so etwas eigentlich keine Zeit hatten. Drittens musste ich nicht auf die Messe gehen, um mir Bücher anzuschauen. Und außerdem war die allseits zu beobachtende Wichtigtuerei nicht meine Sache. Das steht in etwa auch in dem Interview, von dem hier die Rede sein wird.